Familienurlaub in Wien

Für einen Kurztrip während der Osterferien entschieden wir (5köpfige Familie mit 3 Kindern im Alter von 12, 9 und 7 Jahren) uns für die Hauptstadt von Österreich: Wien. Dort wollten wir zusammen mit einer befreundeten Familie erkunden, warum Wien zu den Städten mit der höchsten Lebensqualität weltweit zählt. Von unserem Heimatort in Brüssel flogen wir am Karfreitagnachmittag direkt nach Wien. Nachdem wir in Wien am Flughafen angekommen waren, nahmen wir einen Regionalzug in Richtung unseres Hotels Der Wilhelmshof. Dieses wae relativ familienfreundlich und hat und stylische Zimmer. Wir hatten uns zudem für dieses Hotel in der Nähe des Pratersterns entschieden, da es ein guter Ausgangspunkt zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten in Wien ist. Da wir erst gegen Abend beim Hotel ankamen, waren wir dort nur noch in der Nähe des Hotels in einem Restaurant Abend essen.

Stephansdom, Wiener Kaffeehaus, Sisi-Museum und Kutschfahrt

Der erste von drei kompletten Tagen in Wien begann – nach einer kurzen Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln – in der Wiener Altstadt mit der Besichtigung des Stephansdoms, dem Wahrzeichen von Wien. Sein Bau begann vor mehr als 850 Jahren und dauerte mehrere Jahrhunderte. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Dom bei einem Brand stark beschädigt. Das gemusterte Dach mit 230.000 bunten Ziegeln wurde nach dem großen Brand neu gebaut. Wir machten mit unseren Kindern einen Rundgang durch das Innere der Kirche und bewunderten die bunten Dachziegel von außen. Wer mehr vom Stephansdom sehen oder auch die 343 Stufen des Südturms erklimmen möchte, kann dies gegen ein Entgelt tun.

Im Anschluss ging es weiter zu einem echten Highlight für Kinder, dem Time Travel Vienna. Letztere ist eine unterirdische Erlebniswelt zur Geschichte Wiens (Habsburger, Wiener Walzer, Pest etc.) und liegt nicht weit entfernt vom Stephansdom. Es gibt verschiedene multimediale Shows, einen ca. 5minütigen 5D-Kinofilm und auch die Nachahmung eines Fliegeralarms im Luftschutzbunker während des Zweiten Weltkriegs. Letzter kann ggf. für kleinere Kinder etwas beängstigend wirken. Wir hatten die Tickets zuvor online für einen festgelegten Zeitpunkt erworben, wodurch die Tickets etwas günstiger wurden. Dies kann ich dringend empfehlen, da der Gesamtpreis auch bei einer Vorabbuchung für uns bei knapp 75 Euro lag. Insgesamt dauert der Time Travel ca. 50 Minuten. Unsere Kinder waren jedenfalls sehr begeistert!

Gegen Mittag wollten wir sodann eine kleine Ruhepause in einem Wiener Kaffeehaus in der Altstadt einnehmen. Die Suche nach freien Plätzen in einem Kaffeehaus gestaltete sich aber gar nicht so einfach: Durch Zufall stießen wir auf das etwas unscheinbar gelegene ur-wienerische Café Bräunerhof, welches wir trotz einiger unfreundlicher „Ober“ empfehlen können. Wir haben dort sehr leckere Mehlspeisen, wie u.a. Palatschinken, gegessen.

Nach der erfolgten Stärkung brachen wir zum Sisi-Museum in der nahe gelegenen Hofburg auf, für welches wir zuvor online Tickets erworben hatten. Die online gekauften Tickets für das Sisi-Museum sind 1 Jahr lang gültig und inkludieren den Eintritt in das Sisi-Museum, die Kaiserappartements und die Silberkammer; man muss sich also bei Erwerb nicht für einen Tag und eine bestimmte Uhrzeit entscheiden. Die Hofburg war seit dem 13. Jahrhundert mehr als 600 Jahre der Wohnsitz der Habsburger, bis das Kaiserreich nach dem Ersten Weltkrieg (1918) aufgelöst wurde. Seit Ende 1946 ist sie der Amtssitz des Österreichischen Bundespräsidenten. In ihr sind der größte Teil der Österreichischen Nationalbibliothek sowie verschiedene Museen (wie u.a das Sisi-Museum, Kaiserappartements) untergebracht.

Als Fan der Sisi-Filme sind das Sisi-Museum und die Kaiserappartements ein Muss! Wir statteten uns zu Beginn alle mit kostenlosen Audioguides aus, welche auf jeden Fall zu empfehlen sind! Sie begleiten den Besucher sehr gut durch die einzelnen Räume, und man erfährt sehr viel über das Leben der Kaiserin Sisi und des Kaisers Franz Joseph. Selbst unsere 7-jährige Tochter hat auf diese Weise immerhin ca. 1,5 Stunden gut mitgemacht.

Auf Drängen unserer Kinder unternahmen wir nach dem Museumsbesuch eine Kutschfahrt! Kutschen gibt es rund um die Hofburg viele! Eine ca. 45minütige Kutschfahrt ist naturgemäß nicht billig (ca. 80 Euro). Sie führt einen durch die Altstadt und durch die Hofburg. Man kann sich darüber streiten, ob sich dies lohnt…

Nach diesem ersten intensiven Tag ging es nach einem leckeren Abendessen zurück ins Hotel.

Schloss Schönbrunn und Kunstmuseum Albertina

Am zweiten Tag wollten wir vor allem zum Schloss Schönbrunn fahren! Der Besuch des großen Schlossareals gehört auf jeden Fall für einen Besuch Wiens mit Kindern dazu. Kaiserin Maria Theresia ließ Schönbrunn im 18. Jahrhundert zu ihrem Sommerschloss umbauen, so dass sie jeden Frühling mit ihrer Familie von der Hofburg mit dem gesamten Hofstaat nach Schönbrunn umsiedelte. Das Schloss liegt etwas außerhalb; ist aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Für den Besuch sollte man auf jeden Fall einen halben Tag einplanen. Je nachdem, was man dort alles besichtigen möchte, kann man dort auch noch mehr Zeit verbringen. Auf der Internetseite des Schlosses werden sehr viele verschiedene Ticketkombinationen angeboten, aus denen man auswählen kann. Wir hatten uns am Vortag unseres Besuches dazu entschieden, für uns 5 ein Kombiticket für das Kindermuseum & Irrgarten zu erwerben. Eine Tour durch das Schloss und die Räume hatten wir bewusst nicht gewählt, da wir am Vortag bereits die Kaiserappartements in der Hofburg besichtigt hatten. Mit unserem gewählten Kombiticket besuchten wir sodann am Vormittag zuerst das Kindermuseum, welches sich, wenn man vor dem Schloss steht, auf der rechten Seite befindet. Fazit: Das Kindermuseum ist eher etwas für kleinere Kinder (maximal 9/10 Jahre) und hat uns nicht wirklich überzeugt. Das einzige Highlight des Museums ist der erste Raum, wo man verschiedene Kleider/Kostüme aus der Zeit der Habsburger anziehen und sich u.a. auf ein Pferd bzw. einen Thron setzen kann. Die Eltern können auf diese Woche schöne Fotos von ihren Kindern schießen! Im Anschluss haben wir einen längeren Spaziergang durch den riesigen Schlosspark gemacht und sind dann auf Umwegen zum Irrgarten gelangt.

Dort im Irrgarten können die Kinder bzw. auch Erwachsene zu Fuss verschiedene Labyrinthe durchlaufen und den „richtigen“ Weg finden. Durch das Kombiticket hat man zudem Zugang zu einem schönen Spielplatz. Der Irrgarten hat uns allen gut gefallen!

Nachdem wir noch eine Kleinigkeit auf dem Ostermarkt vor dem Schloss Schönbrunn gegessen hatten, machten wir uns zurück auf den Weg in Richtung Wiener Innenstadt, um das Kunstmuseum Albertina (nicht die Albertina Modern) zu besuchen. Dort gibt es neben aktuellen Ausstellungen Werke des französischen Impressionismus (u.a. auch Seerosen von Monet), des Expressionismus und auch einige Werke von Picasso zu sehen. Der Eintritt für die Kinder in das Museum ist gratis. Für Erwachsene liegt der Eintrittspreis allerdings derzeit bei 18,90 Euro. Etwas unglücklich fanden wir es, dass es keine kostenlosen Audioguides gab. Dennoch sind einige der Werke dieses Museums wirklich sehenswert und man sollte dafür ca. 90 Minuten Besuchszeit einplanen.

Spanische Hofreitschule, Belvedere Museum und Prater

Unser letzter vollständiger Tag in Wien (Tag 3) begann am Morgen (gegen 10 Uhr) mit einem Besuch eines Trainings der Pferde in der Spanischen Hofreitschule. Letztere ist in der Hofburg in der Wiener Innenstadt untergebracht und diente ursprünglich der reiterlichen Ausbildung der kaiserlichen Familie. Seit mittlerweile 450 Jahren werden dort Lipizzanerhengste trainiert und ausgebildet. Heutzutage werden die Pferde morgens trainiert und abends im Rahmen einer Vorstellung vorgeführt. Sowohl für das morgendliche Training als auch für die Abendvorstellungen kann man online vorab und auch vor Ort Tickets erwerben. Emfpfehlenswert ist vor allem ein Besuch des morgendlichen 1stündigen Trainings, da sich insoweit die Eintrittspreise noch im Rahmen halten. Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt, und Kinder unter 12 Jahren erhalten einen ermäßigten Eintritt. Wir hatten für uns alle die günstigste Kategorie gebucht, einen Stehplatz (nicht vergünstigter Preis liegt bei 14 Euro). Das Training der Pferde, welches durch klassische Musik begleitet wird, hat gerade unseren Mädchen als Pferdeliebhaberinnen gut gefallen. Allerdings wird das Stehen nach einer Weile schon etwas anstrengend…

Im Anschluss ging es mit der Straßenbahn weiter zum Museum „Oberen Belvedere“, welches in einem barocken Schloss außerhalb der Innenstadt untergebracht ist. Das Schloss wurde Anfang des 18. Jahrhunderts für den durch den Türkenkrieg reich gewordenen Feldherren Prinz Eugen von Savoyen erbaut. Dort angekommen stärkten wir uns zunächst mit Kaffee und Kuchen in dem im Gebäude befindlichen Café. Dann ging es für uns, nachdem wir an der Museumskasse Tickets für die Erwachsenen (Preis an der Kasse: jeweils 18,00 €; Kinder sind kostenfrei) erworben hatten (Achtung: Tickets mit Timeslot, ggf. Tickets vorab online erwerben, welche etwas günstiger sind!), in die Dauerausstellung mit den bekannten Bildern des berühmten Jugendstilmalers Gustav Klimt.

Gustav Klimt – Der Kuss

Höhepunkt der Ausstellung sind definitiv die Klimt-Gemälde, allen vorweg, „Der Kuss“ und „Judith I“. Unsere Kinder waren während des Museumsbesuchs gut mit den Flipkarten beschäftigt, die wir kostenlos an der Museumskasse erhalten hatten. Dadurch erkundeten sie recht selbständig die Ausstellung. Daher empfehlenswert! Zudem hat man einen wunderwollen Ausblick aus dem Museum heraus über den Garten des Schlosses mit Wien im Hintergrund.

Nach einer längeren Pause im noblen Café Imperial des traditionsreichen Hotel Imperial machten wir uns am späten Nachmittag zu unser letzten Aktivität in Wien auf, dem berühmten Vergnügungspark Prater. Dieser ist für die Besucher frei zugänglich; man muss wie bei einer Kirmes jeweils die Eintritte für die Attraktionen bezahlen, die man nutzen möchte. Für die Kinder ist dies natürlich ein Highlight!

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