In den diesjährigen Osterferien (2023) ging es für mich mit meinen 2 älteren Kindern (10 und 13 Jahre alt) für 2 Tage nach London. Dafür hatte ich ca. 2 Monate zuvor über die Internetseite von Eurostar (Zug zwischen Brüssel und London) Züge von Brüssel nach London und zurück zusammen mit einem Hotel gebucht. Wir starteten früh an einem Montagmorgen und sind am 2. Tag (am Dienstag) am späten Abend zurückgekommen. Der Vorteil der Anreise durch Zug nach London ist der, dass man direkt im Zentrum der Stadt (St. Pancras) ankommt und dadurch relativ zügig die Stadtbesichtigung starten kann. Es war ein schöner Trip, durch welchen die Kinder einen guten ersten Überblick über London erhalten haben. Unser gutes solides Hotel (President-Hotel) lag relativ nah bei St. Pancras in der Nähe von Russell Square, eine Station mit der Underground (Londoner U-Bahn) entfernt. Letzere nutzt man am besten mit der Oyster Card, welche alle Erwachsene und Kinder ab 11 Jahren für den Zutritt zur U-Bahn benötigen. Allerdings zahlen die Kinder ab 11 Jahren einen günstigeren Tarif als Erwachsene. Die Oyster Card als solche ist eine wieder aufladbare Plastikkarte mit einem Guthaben, welche wir bereits im Eurostarzug an der Bar gekauft haben. Diese kann man sowohl für die zahlreichen öffentlichen Doppeldeckerbusse als auch die U-Bahnen nutzen. Man hält sie beim Zutritt zur Underground als auch beim Bus an einen Schalter, der für die jeweilige Fahrt ein Guthaben von der Karte abzieht. Das Gute ist, dass es ein Höchstlimit pro Tag gibt, d.h. ab einem bestimmten Betrag wird die Karte, auch wenn man weiter fährt, nicht weiter belastet. Die Karten kann man jeweils an den Underground-Stationen bei Bedarf aufladen.
Start bei Marble Arch/Oxford Street
Kurz nachdem wir in unserem Hotel Teile unseres Gepäcks abgestellt hatten, sind wir als Erstes mit der Undergrund von Russell Square bis zur Haltestelle Marble Arch (Piccadilly Line und Central Line) gefahren. Meine beiden Kinder haben in den zwei Tagen in London schnell gelernt, wie das Underground-System funktioniert (verschiedene Linien mit Farbe und Namen sowie jeweils unterschiedliche Richtungen, auf die zu achten ist). Schnell konnten sie mir sagen, welche U-Bahn-Linien wir nehmen mussten, um zu unserem nächsten Wunschort zu gelangen. Nach dem Ausstieg bei Marble Arch haben wir unsere Besichtigungstour auf der berühmten Einkaufsstraße Oxford Street begonnen. Dort findet man zahlreiche unterschiedliche Geschäfte von Louis Vitton bis Footlocker und H&M, aber auch Souvenirgeschäfte. Wir sind die Straße östlich Richtung Oxford Circus entlang gelaufen und gelegentlich in einzelne Geschäfte gegangen. Beim Oxford Circus, einer Kreuzung zwischen der Oxford Street und der Regent Street, sind wir rechts abgebogen in die Regent Street, einer weiteren Haupteinkaufsstraße in London mit zahlreichen auch teureren Shops. Sehenswert für insbesondere jüngere Kinder auf der Straße ist das Spielzeuggeschäft Hamleys, welches riesig ist und in welchem die Mitarbeiter*innen verschiedene Vorführungen der Spielzeuge veranstalten.
Piccadilly Circus/Leicester Square und Covent Garden
Die Regent Street führt weiter zum Piccadilly Circus, einem bekannten Platz in London. Da die Kinder etwas müde waren, haben wir einen der zahlreichen roten Doppeldeckerbusse genommen und sind 2 Stationen auf der Regent Street bis zum Piccadilly Circus gefahren. Diese Busse sind wirklich ein Erlebnis und man sollte versuchen, einen der vorderen Plätze auf der obereren Etage für einen tollen Ausblick zu erhalten.


Der Piccadilly Circus zeichnet sich durch seine riesige Leinwand mit Werbung und einer Statue aus, neben welcher man gute Fotos von der Leinwand schießen kann. Danach sind wir weiter Richtung Osten zum Leicester Square gegangen, einem weiteren lebhaften Platz mit Straßenkünstlern, Restaurants und Theatern. Auf dem Platz findet sich ebenfalls ein großer Legoshop, vor welchem sich allerdings eine große Warteschlage befand, als wir dort vorbeikamen. Nach dem Leicester Square sind wir weiter zum nahe gelegenen Covent Garden gelaufen, meiner Lieblingsgegend in London. Dort findet man einerseits eine alte überdachte Markthalle mit vielen kleinen Geschäften und verschiedenen Restaurants. Zugleich treten dort auch immer verschiedene Straßenkünstler auf, die man sich anschauen kann. Wir haben dort eine längere Pause in einem Creperestaurant (im Untergeschoss) gemacht, um uns zu stärken. Im Anschluss sind wir noch in den Nebenstraßen herumgeschlendert und haben uns verschiedene Geschäfte angeguckt.
Trafalgar Square
Nachdem wir tatsächlich schon sehr viel gelaufen waren, entschieden wir uns, Teile der Strecke zu unserem nächsten Highlight, dem Trafalgar Square, mit dem Doppeldeckerbus zurückzulegen. Es ist tatsächlich nicht immer ganz klar, wohin welcher Bus fährt. Insoweit hilft es, am besten den Busfahrer fragen! Der Trafalgar Square ist der größte öffentliche Platz in London und liegt in der geografischen Mitte Londons. Der Platz wurde nach der Seeschlacht von Trafalgar gegen die französische-spanische Flotte benannt, welche die Briten gewannen. Das große Denkmal „Nelson’s Column“ auf dem Platz ist Admiral Horatio Nelson gewidmet, der bei der Schlacht sein Leben verlor.

Stadion von Arsenal London und Camden Town
Mein Sohn hatte herausgefunden, dass das Fussballstadion von Arsenal London nicht sehr weit von unserem Hotel entfernt lag. Aus diesem Grunde machten wir uns am späten Nachmittag unseres ersten Tages, obwohl wir schon etwas müde waren, Richtung Norden zur Underground-Station von Arsenal (Piccadilly-Line) auf. Das Stadion befindet sich ca. 5 Minuten zu Fuss entfernt von der Station und man konnte es am späten Nachmittag zumindest von außen gut anschauen. Tagsüber gibt es ansonsten dort die Möglichkeit einer Stadiontour sowie den Besuch eines Museums.

Um unseren ersten Tag abzuschließen, begaben wir uns von Arsenal mit der U-Bahn Richtung Camden Town (Northern Line). Dort aßen wir in einem indischen Restaurant zu Abend, nachdem wir uns zuvor kurz den etwas verrückten Camden Market (u.a. Punkkleidung und Piercing-Studios) angeschaut haben.
2. Tag: Start beim Buckingham Palace
Vom Hotel aus sind wir nach dem Frühstück mit der U-Bahn zur Station „Victoria“ (Victoria Line, Circle und District Line) gefahren. Nach ca. 5 Minuten zu Fuss erreichten wir den Buckingham Palace, die offizielle Residenz von König Charles. Dort schauten wir uns für einige Minuten die Wachsoldaten vor dem Gebäude an, die abwechselnd vor dem Gebäude marschieren. Leider hatten wir nicht die Möglichkeit, uns an diesem Tag einen Wachwechsel (Changing of the Guard) der Wachsoldaten anzusehen, da dieser für diesen Tag nicht angesetzt war. Diejenigen, die unbedingt einen Wachwechsel sehen wollen, sollten bei der Planung sicherstellen, ob dieser am Besichtigungstag stattfindet.

St. James’s Park, Parlament (Big Ben) und Westminster Abbey
Nachdem wir den Buckingham Palace angeguckt haben, sind wir durch den nahe gelegenen St. James Park Richtung Parlament (Big Ben) und Westminster Abbey gelaufen. Dabei empfehle ich einen kurzen Stopp auf der Brücke mitten im Park zu machen, von welcher man sowohl einen tollen Blick auf den Buckingham Palace als auch auf das Riesenrad London Eye hat.

Sowohl Big Ben als auch Westminister Abbey befinden sich rund um den Parliament Square. Big Ben ist tatsächlich die 13 t schwere Glocke des oft fotografierten Glockenturms Elizabeth Tower. Letzterer Turm ist wiederum Teil des Gebäudes des britischen Parlaments, dem Houses of Parliament. Das Parlamentsgebäude kann man u.a. an Samstagen besichtigen.


Wir hielten uns ca. 15 Minuten auf dem Parliament Square auf, um uns in Ruhe das Parlamentsgebäude mit Big Ben und auch Westminister Abbey von außen anzuschauen. Westminister Abbey ist eine gotische Kirche, in welcher die Königinnen und Könige von Großbritannien gekrönt werden.

London Eye und Fahrt auf der Themse zur Tower Bridge
Im Anschluss ging es zu Fuss weiter auf der Westminster Bridge Road links entlang des Elizabeth Tower und dann über die Brücke oberhalb der Themse, um zum nächsten Highlight unserer Reise, dem London Eye, zu gelangen. Auf diesem Fussweg hat man nochmal von der Brücke einen imposanten Blick auf das Parlamentsgebäude und den Elizabeth Tower (Big Ben).

Die Fahrt auf dem London Eye hatte ich zusammen mit einer Bootsrundfahrt ca. 1 Woche vor unserem Londonaufenthalt auf der Internetseite des London Eye gebucht. Auf der Seite gibt es verschiedene Kombinationstickets zu kaufen. Ich hatte mich im Vorfeld für die Kombination mit der Bootsrundfahrt entschieden, da wir auf diese Weise einen guten weiteren Überblick über London bekommen sollten und insbesondere auch unterhalb der Tower Bridge durchfahren würden. Bei der Buchung ist zu beachten, dass man jeweils ein Zeitfenster für die Fahrt mit dem London Eye als auch mit der Bootsfahrt angeben muss. Wir hatten z.B. 12 Uhr für die Fahrt mit dem London Eye und 13:45 Uhr für die Bootsfahrt gebucht. Wichtig ist, dass man mindestens 90 Minuten zwischen dem Beginn für den Eintritt zum London Eye und dem Beginn der Bootsfahrt haben sollte. Denn auch wenn man sich z.B. um 12 Uhr bei der Schlange des London Eye anstellt, muss man dort ab dem Zugang mindestens mit ca. 30 Minuten Warteschlange rechnen, bis man das Riesenrad besteigen darf. Die Fahrt selbst dauert dann nochmal ca. 30 Minuten. Die Bootsfahrt wiederum dauert ca. 40 Minuten.
Das London Eye ist 135 m hoch und das höchste Riesenrad Europas. Auch wenn der Eintritt nicht gerade günstig ist, ist es für die Kinder und auch für die Erwachsenen ein Highlight. Man hat einen tollen Ausblick, u.a. auf die Themse und Big Ben.




Kurze Zeit nachdem wir aus dem London Eye ausgestiegen waren, konnten wir uns bereits bei dem direkt daneben liegenden Eingang der London Eye-Bootsrundfahrt einfinden (ca. 13:30 Uhr). Da das Wetter toll war, konnten wir bei herrlichem, aber kühlem Sonnenschein die Bootsfahrt von Deck aus genießen. Die Bootsfahrt führte uns einmal bis in Richtung der Tower Bridge und dann wieder zurück. Dabei sind wir u.a. auch bei St. Paul’s Cathedral vorbeigefahren.



Ca. um 14:30 Uhr war die Bootsfahrt beendet. Da sich bei uns der Hunger meldete, entschieden wir uns dafür, eine Pause zum Essen einzulegen. Dafür fuhren wir von der Station „Westminster“ (neben Big Ben) mit der Underground zum nahe gelegenen Sloane Square. Dort in der Nähe befindet sich die ruhige gediegene Einkaufsstraße King’s Road und auch ein paar Cafés und Restaurants. Nach einer längeren Pause dort vor Ort machten wir uns langsam auf zurück zu unserem Hotel in der Nähe des Bahnhofs, um unsere dort noch deponierten Rucksäcke einzusammeln. Im Anschluss ging es weiter zum King’s Cross St. Pancras Bahnhof, da wir uns dort ca. 90 Minuten vor unserer Abfahrtszeit am Eurostar-Bahnhof einfinden mussten. Unsere Reise war kurz, aber zugleich intensiv und hat meinen Kindern einen guten ersten Eindruck von London vermitteln können! Bei unserem nächsten Besuch stehen dann einige der tollen Museen in London auf unserer Agenda!

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